Mittwoch, 10. April 2013

Auf den Hund gekommen... Teil 1.

Die Vorgeschichte.

Saving one dog 
will not change the world -
but surely for that one dog,
the world will change forever.


Mein Onkel hatte Ende Februar 2013 seinen Hund verloren. Ein kleiner, alter Yorki. Blind und taub. Er musste aufgrund von Organversagen eingeschläfert werden. Da mein Onkel seit über 30 Jahren nie ohne einen Hund an seiner Seite gelebt hat, war bereits nach wenigen Tagen für ihn klar:

Man kann auch ohne Hund leben, aber es lohnt sich nicht.“ 
(Heinz Rühmann)

Und so sind wir losgezogen, haben etliche Tierheime der nahen und ferneren Umgebung besucht und zahlreiche Online-Anzeigen gesichtet und herumtelefoniert, um einen neuen, passenden Hundegefährten für meinen Onkel zu suchen.
Auf unserer Suche kamen wir auch bei der Tierherberge Kamp-Lintfort (gegründet vom Bund deutscher Tierfreunde e.V.) vorbei. Dort wird der Großteil der Hunde in Großgruppen gehalten und die Tiere sind rund 10 Stunden am Tag in geräumigen Freigehegen untergebracht, wo sie miteinander toben, sich sozialisieren und frische Luft schnuppern können. Das hat mir sehr gut gefallen.
Da wir eh sehr oft unter freiem Himmel unterwegs sind und unsere Wochenenden gerne mit Wanderungen oder Spaziergängen verbringen, kam schnell der Gedanke auf, dass wir den örtlichen Tierschutz unterstützen und für die Tierherberge als Spaziergänger aktiv werden möchten. Gleichzeitig konnten wir so erste, unverbindliche Erfahrungen mit den unterschiedlichsten Hunden aus dieser Tierschutzeinrichtung sammeln. Und der Gedanke an einen eigenen Hund wuchs dabei mit jedem Spaziergang mehr...

Rhat immer schon von einem eigenen Hund geträumt. Und ich selbst habe stets mehr als ausreichend Platz für ein weiteres, tierisches Familienmitglied in meinem Herz frei. :-)  Tiere suchen ein Zuhause, Hund-Katze-Maus und Martin Rütter gehören eh schon seit Jahren zu unserem abendlichen TV-Basisprogramm.
Schon lange ist es bei unseren Urlauben und Ausflügen immer mal wieder Gesprächsthema gewesen, wie schade es ist, dass wir unsere zwei lieben, einzigartigen (Wohnungs-) Katzen nicht auf solche Touren mitnehmen können - und dass wir uns einen tierischen Freizeitpartner wünschen, der überall dabei sein kann. Speziell unser Trekkingurlaub in den schottischen Highlands, bei dem wir mit D. und C. und ihrer wundervollen Hündin Cara unterwegs waren, hat diese Sehnsucht nochmal nachhaltig geweckt. :-)

Also haben R♥ und ich uns zusammengesetzt, um mehrfach und ausführlich darüber zu beraten, ob und wie wir einem Hund tatsächlich gerecht werden und ihm ein richtig gutes Leben ermöglichen können. Vor- und Nachteile, Kosten und Einschränkungen eines Lebens mit Hund, Befürchtungen, Vorstellungen und Eventualitäten - wir haben alles auf den Tisch gelegt und das Leben mit Hund eine ganze Zeit lang gedanklich durchgespielt ("So, jetzt gehen wir Lebensmittel einkaufen - was würden wir nun mit unserem Hund machen?").

Und wir sind nach einiger Zeit zu dem Schluss gekommen (Trommmelwirbel!), dass wir gemeinsam einen Hund in unserem Leben aufnehmen können und ihn mit Liebe und Verstand halten und fördern möchten. Als ein vollwertiges Familienmitglied und intensives Hobby zugleich.

Das war also der besagte Startschuss für unsere - wie ich im Nachhinein zugeben muss recht kurz ausgefallene - Suche nach einem caniden Familienmitglied. Wir haben alle Hunde im Rudel der Tierherberge Kamp-Lintfort nun ein wenig genauer und unter neuen Gesichtspunkten beobachtet und geschaut, wer ein passender Kandidat für uns sein könnte.
Klar war von vornherein, dass wir einem großen Hund ein neues Zuhause geben möchten, denn davon sitzen einfach viel zu viele in den Tierheimen (es scheint immer noch ein weit verbreitetes Fehlurteil zu sein, dass kleine Hunde weniger Arbeit machen...). Wir haben nicht nach einer speziellen Rasse oder nach explizit reinrassigen Tieren gesucht, denn wir mögen Mischlinge sehr gern und glauben an deren geringere Anfälligkeit gegen Krankheiten. Da der Hund bei jedem Wetter mit uns rausgehen soll, haben wir entschieden, dass ein kurzes Fell für unsere Belange pflegeleichter ist. Ansonsten haben wir nur noch vage die Kriterien formuliert, dass das neue Familienmitglied robust, für Anfänger geeignet und wenn möglich sportlich sein sollte. Hündin oder Rüde, Junghund oder älteres Semester - das spielte für uns keine Rolle. Viel wichtiger war es, das eine "perfect match" zu finden.

Wir unternahmen Testspäziergänge mit verschiedenen Hunden. Und wir führten viele Beratungsgespräche mit den freundlichen Angestellten der Tierherberge, die mehr und mehr einschätzen konnten, wer wir sind und wie wir sind und was wir suchen. Eines Tages machte Frau Förster, die Leiterin des Tierheims, uns dann auf zwei mögliche, ernsthafte Kandidatinnen aufmerksam:

Ilena & Hannah.

ILENA. (Foto stammt von uns.)
HANNAH. (Offizielles Vermittlungsfoto der Tierherberge.)


Ilena hatte uns bereits bei einem Spaziergang begleitet und zeigte sich zwar sehr zurückhaltend und unterwürfig, aber auch als ein kleiner Clown. Hannah war uns einmal mit einer Spaziergängerin entgegengekommen, als wir gerade mit anderen Hunden zum Tierheim zurückkehrten. R entschied sich vom Fleck weg für Hannah. Anders kann ich das gar nicht beschreiben.
Und nachdem ich vor 8 Jahren mehr oder weniger alleine unsere beiden Katzen ausgesucht habe, war es einfach nur fair und richtig, dem Mann diesmal die Entscheidung zu überlassen.

Also haben wir uns auf den Weg gemacht, um Hannahs Herz zu erobern.

(Weiter geht´s in "Auf den Hund gekommen.... Teil 2.")

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Mein Onkel ist übrigens in der Zwischenzeit auch fündig geworden. Bei ihm hat das Glück doppelt zugeschlagen und er hat direkt zwei jungen Rüden ein neues Zuhause geben können.

1 Kommentar:

  1. Neid. Ich hätte auch so gerne einen Hund, aber das ist bei uns im Moment einfach nicht zu machen. Aber ich gebe ja die Hoffnung nicht auf, dass sich die Umstände mal zu ändern. (Immerhin mögen der Mann und ich beide Hunde, da gibt es zumindest intern keine Probleme.)

    Viel Freude mit Hannah!

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