Donnerstag, 18. April 2013

Auf den Hund gekommen... Teil 2.

Fräulein Hannah Huskymix.

Den ersten Spaziergang mit Hannah unternahm ich mitten in der Woche. Und leider ohne R, da er arbeiten musste. Dafür waren meine Eltern dabei - sie nahmen die Mischlingshündin Ilena auf den Spaziergang mit.

Hannah wollte anfangs eine ganze Strecke lang nicht mit mir bzw. mit uns mitkommen. Sie hat sich rückwärts gestemmt und hin und wieder sogar komplett auf den Boden gelegt. Es hat viel Zeit und Mühe gekostet, sie zum Weiterlaufen zu überreden. Die Gegenwart von Ilena und mein beharrliches Zureden haben mit zunehmender Entfernung zum Tierheim dann aber doch noch ihre Wirkung entfaltet - und bald lief Hannah gut vorweg. Mich hat sie am anderen Ende der Leine erstmal weitestgehend ignoriert. Auf dem Rückweg hat sie sich dann nochmal richtig ordentlich in die Leine gelegt, um schnell wieder zu ihren Hundefreunden in der Tierherberge zu kommen.
Ich habe ihr diesbezüglich wirklich keine Vorwürfe gemacht - wäre ich ein Tierheimhund und jeden Tag käme jemand Anderes, fast immer sind es völlig fremde Menschen, um mit mir ein Stück zu gehen und alle gehen anders mit mir um und wollen irgendwas von mir... Also, ich wäre da auch erstmal skeptisch und würde lieber bei all meinen Hundekumpels in gewohnter Umgebung bleiben.
Mein Bauchgefühl hat mir aber in diesem Moment einfach bereits gesagt, dass Hannah es wert sein würde, geduldig mit ihr zu sein und ihr eine Chance zu geben.

Zwei Tage später habe ich sie wieder für einen Spaziergang reservieren lassen - diesmal völlig ohne jede Begleitung durch andere Menschen oder Hunde. Auch an diesem Tag wollte sie die Straße des Tierheims nicht gern verlassen. Ich vermute, damit hatte sie womöglich bei einigen anderen Spaziergängern regelmäßig Erfolg - nicht jeder möchte sich die Blöße gegeben oder die Kraft und Zeit aufwenden, einen Hund "hinter sich her zu ziehen". Frau Förster hatte uns aber bereits darauf vorbereitet, dass Hannah zwar komplett lieb und umgänglich ist - aber ab und an auch ein kleiner Sturkopf sein kann. Sie ist anderen Spaziergängern sogar mal entwischt und hat sich rückwärts aus dem Geschirr geaalt. ;-) Ihr volles Zutrauen mussten wir uns eben erstmal verdienen.


Ich habe daher zwischendurch immer wieder Stops eingelegt, um mich zu ihr hin zu hocken und ihr Körperkontakt anzubieten (natürlich nur, wenn sie entspannt war - in den Situationen, wo sie sich unsicher zeigte, habe ich in ermunterndem Tonfall mit ihr gesprochen, mich beruhigend vor sie gestellt oder sie je nach Situation in der Vorwärtsbewegung gehalten, um ihr so zu zeigen, dass ich mich souverän verhalte und ihr nichts Schlechtes passiert).
Dieser Spaziergang ganz allein mit ihr war zwar streckenweise eine wahre Geduldsprobe - aber auch enorm wichtig für uns beide.

So ging es ein paar Spaziergänge lang weiter - dann hatte "Herrchen" auch endlich die Gelegenheit mitzukommen:



Und die beiden... Na, ich denke, das Foto spricht für sich. Mit ihm ist sie sofort ohne Probleme mitgelaufen, als würde sie ihn schon lange kennen. Bereits einen Tag später, es war ein Sonntag, haben wir Hannah dann für einen ganzen Probetag zu uns geholt. Wir hatten etwas Sorge, dass ihr auf der Autofahrt vom Tierheim zu uns womöglich schlecht werden könnte oder dass sie bellt oder etwas ähnliches... Und wir hatten uns darauf eingestellt, dass wir sie in unseren Fließheckauto-Kofferraum hineinheben müssen. Aber sie hat uns prompt überrascht - und kaum war die Kofferraumklappe offen, da saß sie schon längst auf der Ladefläche. Als hätte sie nur darauf gewartet endlich mit uns mitzukommen. Autofahren mag sie einfach gern. (Das ist auch bis dato so geblieben. Kein Hecheln, kein Stress. Entweder sie schaut aus dem Fenster oder sie rollt sich zusammen und schlummert.)


Der Probetag war super. Wir haben alle Kontakte mit den Katzen streng überwacht - auch wenn es davon nicht viele gab und unsere Katzen sich lieber versteckt hielten. Wir haben uns mit einer lieben Freundin von mir getroffen, die ebenfalls einen jungen, großen Rüden besitzt und sind spazieren gegangen. Wir haben Hannah den Garten gezeigt, meinen Eltern vorgestellt und dann eine Zeit lang mit ihr im Wohnzimmer entspannt. Sie hat sowohl bei meinen Eltern als auch bei uns sofort tief und fest geschlafen, sobald sie einmal lag.



Wir haben am selben Tag bereits hin- und herüberlegt, ob wir sie nicht sofort behalten sollen. Aber auch wenn es uns abends richtig schwer gefallen ist, sie wieder zur Tierherberge zurückzubringen (und sie dann auch noch ein Schüppchen draufgelegt hat und nicht aus unserem Kofferraum raus wollte...), so wollten wir unser Zuhause doch erst angemessen auf sie vorbereiten und eine solide Hundegrundausstattung besorgen, bevor sie bei uns einziehen sollte. Na ja, länger als 2 Tage konnten wir es dann allerdings nicht mehr ohne sie aushalten. :-)

Seitdem sind fast 5 Wochen vergangen. Unser ganzer Tagesablauf hat sich von vorne bis hinten verändert. Unsere Wohnung versinkt täglich neu in einem Wust aus Katzen- und Hundehaaren. Hannah bringt uns jeden Tag mit irgenwelchen irren Aktionen zum Lachen. Wenn sie nicht gerade auf dem Rücken liegt und am Bauch gekrault werden möchte. Sie verhält sich im Haus bislang immer völlig still und unauffällig. Sie läuft aufmerksam an durchhängender Führleine - und muss auch nicht mehr hinterhergezogen werden. Verwandtenbesuche, Hundekontakte, in der Hundeschule Gehorsam und Geduld lernen, quietschende Nachbarskinder, die um sie herumwuseln, laute Hauptstraßen... Alles kein Problem für unser Mädchen. Und es gibt absolut keinen Zweifel daran, dass sie für immer bei uns bleibt.



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